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„Ein System ist (...) eine aus Elementen bestehende
Einheit, die aus mehr als der bloßen Summe dieser Elemente zu verstehen ist. Es
besteht ebenfalls aus der Beziehung dieser Elemente untereinander und zu anderen
Systemen. Diese Wechselwirkungen sind nicht ausschließlich Ergebnis der
Eigenschaften der Elemente, sondern ergeben sich auch aus der Beziehung der
Elemente untereinander und können etwas Neues entwickeln, das nicht mehr auf die
Eigenschaften der Elemente zurückzuführen ist.“ Karl Ludwig von
Bertalanffy
Wir betrachten aus dieser Perspektive
Menschen, Teams und Unternehmen als Systeme.
Systeme zeichnen sich durch folgende
strukturelle Eigenschaften aus.
Komplexität: Systeme
bestehen aus einer Vielzahl ineinander greifender Teile und Eigenschaften. Die
Komplexität eines Systems ist nicht aus den Eigenschaften der einzelnen Teile
heraus erklärbar, sondern nur aus dem Verständnis des Zusammenspiels und der
Wechselwirkungen dieser Teile.
Offenheit: Systeme besitzen
eine strukturimmanente Offenheit durch die sie mit ihrer Umwelt kommunizieren.
Umwelt von Unternehmen in diesem Sinne sind sowohl die einzelnen Teile
(Subsysteme) des Systems wie auch alle Bezugssysteme (z.B. Kundinnen und Kunden,
Markt, Lieferantinnen und Lieferanten, Konkurrenz, juristisches System, Politik
etc.) Dynamik:
Systeme reagieren durch ihre Offenheit auf Veränderungen der Umwelt. Die Dynamik
der Veränderung ist nicht vollständig vorhersehbar. Gravierende Veränderungen
können in Extremfällen zum Zusammenbruch eines Systems oder zu dessen
Neuorganisation führen.
Selbstregulation und Homöostase:
Systeme besitzen selbstregulative Kompetenzen, die innerhalb eines bestimmten
Rahmens ein Gleichgewicht erhalten. Der selbstregulative Rahmen ist nur begrenzt
definierbar. Wird er überschritten, so hat dies Einfluss auf Organisation und
Struktur des Systems.
Selbstreproduktion, Abgrenzung und Autopoiese:
Systeme besitzen Kompetenzen zur Selbstproduktion und Selbstreproduktion, die
unabhängig von äußeren Faktoren bestehen. Das Produkt des funktionalen
Zusammenwirkens ihrer Bestandteile ist genau jene Organisation, die die
Bestandteile produziert. Stoffe und Kommunikationen, die nicht zum Vorgang der
Autopoiese gehören, können vom System nicht aufgenommen werden.
Selbstreferentialität:
Systeme sind in der Lage, sich selbst als System zu sehen, können sich also
selbst zum eigenen Beobachter machen.
„Alles, was
(über ein System) gesagt
wird, wird von einem Beobachter gesagt.“
Humberto R. Maturana
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